1992 ... - Plattenvertrag / Live-liebe-lohnt-sich-nicht-Zeit

die Voices auf Vinyl und CD

Durch den Senatsrockwettbewerb und das Echo in den Medien wurde der Meisel-Verlag auf die „voices of neucoelln“ aufmerksam: der Musikverlag (Moderato, später Diana; kultiger Chef: Peter Meisel) band die junge Kapelle an sich und vermittelte später einen Plattenvertrag mit der RCA Hamburg/BMG Ariola.

Im Frühjahr nahmen die jungen Talente im Beat-Studio, Berlin-Charlottenburg, neue Titel auf. Hierbei bildete sich eine neue Formation heran, die für das harte Alltagsgeschäft der Popmusik gewappnet sein wollte: die „voices“ erweiterten sich um eine Rhythmusgruppe. Lili Norden (Baß) kam von den legendären „Silverbones“, und Sabine („Frau Flodder“, Schlagzeug) von der inzwischen vergessenen Kapelle „This shrinking feeling“.

Im Sommer produzierten die „voices of neucoelln“ dann nebenbei ihre erste eigene Vinyl-EP, und wenige Exemplare dieser sehr beliebten Liedergutsammlung (die sich im Besitz der Künstler befinden) sind heute noch zu haben mit folgenden Titeln:

„surfin' wannsee (hans ertrank)“, „fast intellektuell (& tschüß)“ (beide Titel gemixt von Hr. Bluhm im Beat-Studio, Berlin-Charlottenburg), „der blonde stern“ (gemixt von Art of June, s.o.), „von kopf bis fuß“ (Klangküche Neukölln)- alles bei 33 U/min...

Im Winter war es soweit: Plattenvertrag. Die „voices of neucoellner“ geben sich Künstlernamen („Lord Wort“, „der kleine Rocker“, „Dr. Bronx“, „Lili Norden“, „Frau Flodder“), probten den Ernstfall erstmals „live“ (Herbst 1992 in der Villa Kreuzberg), und 1993 im Frühjahr erschien dann endlich die erste Single: „liebe lohnt sich nicht“ - geglättet für das Radio vom Hamburger Schlager-Produzenten Django Seelenmeyer - wird sofort zum Hitparaden-Stürmer in den Berliner Radios (allen voran „Radio Fritz“).

Wochenlang lag diese Nummer auf Platz 1 der Hörer-Charts, die „voices“ sind Lokalmatadoren in Berlin und Umgebung geworden. Leider war es schwierig, diese CD-Single zu erwerben, denn der Vertrieb der RCA Hamburg funktionierte zum Leidwesen der Kapelle gar nicht.

Die Single war daher ein Flop, weil nirgendwo zu kaufen, und weil sie sich nur in Berlin zum Selbstrenner entwickelte (auch und vor allem dank Hagen Liebing (Ex-Ärzte-Bassist) und Anja Caspary (rbb-Moderatorin). In der Rest-Republik wurde der Titel im Schatten von „die da“ (Fanta 4) sehr selten in Radiostationen aufgelegt.

Im Sommer 1993 erscheint noch die zweite CD-Single „horst haßt hiphop“ (wenige Exemplare der Vinyl-Ausgabe sind in den Händen der Künstler noch vorhanden).

Im Winter 1994 trafen die „voices of neucoelln“ Annette Humpe in Hamburg; gleichzeitig kündigte die Plattenfirma RCA den Vertrag auf. Der Grund: Die RCA lehnte die Forderung, daß zu der dritten, von Annette Humpe zu produzierenden CD-Single auch ein Video (wie das Video „blonder stern“) mit produziert werden müsse, ab.

Daraufhin stellte die Kapelle ihre Aktivitäten ein.


zurück